Das Wohlbefinden der einzelnen Kuh ist das oberste Ziel unserer Milchproduktion.
Denn nur eine gesunde, gut ernährte Kuh unter optimalen Haltungsbedingungen
erreicht Milchleistungen, die in unserem Betrieb zur Zeit bei durchschnittlich
11.000 kg/Jahr liegen. Beim Landeswettbewerb für
artgerechte Tierhaltung
erhielt der Betrieb einen 1. Preis. Im Vergleich der Großbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern
erreicht der Betrieb seit mehreren Jahren einen Spitzenplatz. Langlebige Kühe
mit einer Lebensleistung von über 100.000 Litern sind daneben erfreuliche
Höhepunkte in einem Milchviehbetrieb.
Die melkenden Kühe leben in dem 1999 in Betrieb gegangenen
Sandstall:
Dies ist ein Boxenlaufstall, in dem die Kühe in Boxen liegen, die mit Sand
eingestreut sind. Dadurch erreicht man optimalen Liegekomfort und Keimarmut.
Die Laufflächen sind aus Beton. Die Kühe können jederzeit fressen,
saufen (100 l am Tag) oder liegen und wiederkäuen (ca. 12 Stunden am Tag).
Viel Licht und Luft durch offene Seitenwände sind für den Kuhkomfort
ebenso wichtig wie eine ausgewogene Ernährung.
Das wichtigste für die
Kuhernährung ist nach wie vor die Erhaltung
eines stabilen pH-Wertes im Pansen. Dieser wird maßgeblich durch das Verhältnis
von Stärke, Eiweiß und Rohfaser bestimmt. Um dieses Verhältnis
möglichst stabil zu halten, bekommen die Tiere eine sogenannte Total-Misch-Ration(TMR),
das heißt alle Futterkomponenten werden in einem großen Mischwagen
vermengt und dann zur freien Verfügung auf den Futtertisch im Stall vorgelegt.
Für jede der sechs Leistungsgruppen wird die Ration optimal zur erwarteten
Milchmenge berechnet. Die meisten Futterkomponenten stammen aus dem Betrieb:
Maiseinlage, Graseinlage, Heu, Stroh und Getreideschrot. Zuckerrübenschnitzel
und Rapsextraktionsschrot werden sozusagen zurückgekauft, Eiweißkomponenten
wie Soja, Mineralstoffe und extrem energiehaltige Futtermittel für die
ersten Wochen nach dem Abkalben werden zugekauft. Ständige Kontrolle von
Futterresten, Milchmenge und Kotverhalten der Tiere gibt Aufschluss über
den Erfolg der Fütterung und die Tiergesundheit.
Die Tiere gehen dreimal täglich zum
Melken in einen Doppel 20 Side
by Side Melkstand. Dies bedeutet, dass gleichzeitig 40 Kühe gemolken werden,
in der Stunde etwa 160. Der Vorteil des dreimaligen Melkens liegt in einer besseren
Eutergesundheit und etwa 15% mehr Milch. In Hohen Luckow entsteht daraus der
Vorteil, dass die Melker rund um die Uhr da sind und in 8 Stunden Schichten
nur einmal am Tag zur Arbeit kommen müssen. Die Kühe im Abkalbebereich
sind dadurch ständig unter Beobachtung und obwohl die meisten selbstständig
kalben, kann in Problemfällen schnell eingegriffen werden. Die Kälber
kommen kurz nach der Geburt für zwei Wochen in separate Kälberiglus.
Nachdem sie mit Kolostralmilch ihr Immunsystem aufgebaut haben, werden Sie in
Gruppen zu 20 Stück aufgezogen. Besamt wird künstlich, so dass die
Tiere das erste Mal mit 24 Monaten abkalben.
Das tägliche
Management ist entscheidend zur Beherrschung eines
so großen Viehbestandes. Hierfür unabdingbar ist der Herdencomputer,
in dem sämtliche Daten der Einzeltiere gespeichert sind. Trotzdem muss
jeder der 32 Mitarbeiter im Kuhstall möglichst genau beobachten, über
die Tiere Bescheid wissen und seine Beobachtungen dem Herdenmanager mitteilen.